Diese eine Übung hat mein Leben verändert

Es war im Jahr 2019. Ich saß an einem Samstag in meiner Coachingausbildung und wir haben eine Übung gemacht. Am besten machst du diese Übung direkt mit, dann hat sie den besten Effekt. Im Regelfall dauert die Übung nur ein oder zwei Minuten.

Und so geht’s:

  1. Schreibe den Namen einer Person auf, die du sehr schätzt.

  2. Schreibe darunter 10 Eigenschaften auf, die du an dieser Person schätzt, bewunderst und magst.

Mach das mal wirklich. Es nur in Gedanken zu machen, hat bei Weitem nicht dieselbe Wirkung.

Und dann kommt’s: Streiche im dritten Schritt den Namen oben durch und ersetze ihn durch deinen eigenen. Was macht das mit dir? Vielleicht sagst du dir:

  • Ne, das sind doch gar nicht meine Eigenschaften!

  • Schön wär’s, wenn ich so wäre!

  • Was soll der Quatsch?!

Hier kommt die Auflösung:

Wir können in anderen nur die Dinge sehen, die wir auch in uns sehen. Nicht mehr und nicht weniger. Wir sind blind für alles andere. Manchmal sehen wir Dinge in anderen, die wir bei uns selber vermissen. Es gibt aber einen Anteil in uns, der bereits so ist! Dieser Anteil ist vielleicht noch klein und meldet sich nicht so oft. Aber er ist da!

Genauso geht es andersherum: Haben andere Eigenschaften, die wir als negativ bewerten würden, diese aber von uns selbst gar nicht kennen, können wir auch diese nicht oder erst spät im Anderen sehen.

Ein hartes Beispiel: Die hoffentlich allermeisten von uns sind fassungslos, wenn jemand umgebracht wird, was bei Kriegen vor sich geht und wie viel Leid einzelne Personen anrichten können. Weil wir diese Eigenschaft, um so etwas zu tun, nicht in uns haben.

Wähle du nun gerne ein positives Beispiel aus deiner Liste: Welche Eigenschaft, die du eigentlich der anderen Person zugeschrieben hast, erkennst du in dir nicht? Und jetzt schließe mal die Augen, atme dreimal tief ein und aus. Dann atmest du normal weiter und fühlst mal ganz tief in dich rein:

Inwiefern könntest du diese Eigenschaft doch besitzen? Vielleicht ein klitzekleines bisschen?

Falls da immer noch Widerstand in dir ist, ist das okay. Du musst es mir ja nicht glauben, das ist in Ordnung für mich!

Was mich selber angeht, bin ich an diesem Tag den ersten Schritt gegangen,

  1. Eigenschaften in mir zu sehen, die ich bisher nicht gesehen haben und

  2. zu bemerken, dass meine eigene Sichtweise und Aufnahmefähigkeit beschränkt ist.

Das Wissen darum beeinflusst mich und meine Arbeit bis heute.

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Du regst dich auf über andere und lässt dir deine Laune vermiesen?